4. April 2020

Solidarität mit den Angehörigen der Ermordeten und den Überlebenden des rassistischen Anschlags von Hanau


Rechten Terror stoppen!

Kundgebung 20.02.2020 18 Uhr Keupstraße

Demo am 21.02.2020 18 Uhr Roncalliplatz

Am gestrigen Mittwochabend kam es im hessischen Hanau zu Schüssen auf Menschen in zwei Shisha-Bars. Der mutmaßlich rechtsextreme Täter ist mit großer Wahrscheinlichkeit für den Tod von 10 Menschen verantwortlich. Er wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Wahl der Tatorte, ein Bekennerschreiben in seiner Wohnung, sowie ein verschwörungstheoretisches Video im Netz, lassen den Schluss zu, dass der Täter aus wahnhaften, rassistischen und auch antisemitischen Motiven heraus diese grausamen Terroranschläge begangen hat. Mit dem Ziel, bewusst bestimmte Bevölkerungsgruppen auszulöschen, suchte er sich mit den Shisha-Bars gezielt Orte aus, an denen er vermeintlich die Kurdisch-Türkische Gemeinde Hanau zu treffen versuchte.
In seinem wahnhaften, zudem von antisemitischen Weltverschwörungsklischees strotzenden Bekennervideo vom 14. Februar erklärt er, Amerika sei unter der Kontrolle unsichtbarer Geheimgesellschaften, die Gedankenkontrolle benutzen und in unterirdischen Militärbasen den Teufel anbeten, dort Kinder missbrauchen, foltern und töten. Außerdem seien die „Mainstreammedien“ Schuld an Desinfomationen.
Dennoch darf in den nächsten Tagen nicht wie nach Halle von einem verwirrten Einzeltäter gesprochen werden. Diese Täter radikalisieren sich meist online und über sogenannte „Alternative Medien“ und stilisieren sich dort zu Märtyrern. Der Rechtsruck in Deutschland, befeuert von rechtsextremen Parteien wie der AfD, legitimiert das Handeln solcher Täter. Initiativen, wie hier in Köln „Widerstand steigt auf“, die den etablierten Medien zugunsten von Fakenews den Krieg erklärt haben, verfestigen deren gefährliches Weltbild.
Wir sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Wir stehen solidarisch mit ihnen auf und kämpfen dafür, dass sie nicht unsichtbar bleiben. Unsere Wut macht uns noch entschlossener.
Heute mobilisieren Menschen spontan für 18 Uhr zu einer Trauermahnwache zur Keupstraße/Schanzenstraße. Für morgen 18 Uhr haben wir von Köln gegen Rechts eine Demo angemeldet, die auf dem Bahnhofsvorplatz starten soll.

Wir trauern.. Yas tutuyoruz.. Em xemgin…