20. September 2020

Brief an die Veranstalter von Birlikte.

Immer mehr Organisationen positionieren sich gerade gegen den Auftritt von Konrad Adam (AfD) bei einer Diskussionsveranstalltung bei Birlikte. Nach Protesten der VVN sprachen sich auch die Kölner Grünen, „Köln stellt sich Quer“ und der „Integrationsrat der Stadt Köln“ gegen die Einladung des AfD-Mitbegründers aus. Verschiedene Antifa-Gruppen haben Proteste angekündigt.

Auch wir veröffentlichen jetzt unseren Brief, den wir zunächst nur an die Veranstalter geschickt hatten.

„Sehr geehrte Veranstalter*innen von Birlikte,

im Rahmen des Birlikte-Festes ist auch eine Veranstaltung im Depot mit Konrad Adam von der AfD angekündigt.

Wir begrüßen wie in den vergangenen Jahren das Birlikte Fest. Viele Gruppen und Einzelpersonen von unserem Bündnis beteiligen sich von Anfang an bei dem Fest auch durch eigene Veranstaltungen. Eine Veranstaltung, bei der auf dem Podium ein Vertreter der AFD sitzt, lehnen wir jedoch grundsätzlich ab. Diese fällt unseres Erachtens vollkommen aus dem bisherigen Rahmen des Festes.

Die AfD vertritt, wie allgemein bekannt ist, rassistische Positionen. Konrad Adam vertritt zusätzlich frauenfeindliche und grundgesetzwidrige Forderungen zur Änderung des Wahlrechts.

Das Bündnis “Köln gegen Rechts” kämpft gegen diese rassistischen Positionen, ebenso wie schon 2014 die vergleichbare rassistische Hetze von Pro Köln / Pro NRW im Rahmen der Kampagne “Kein Veedel für Rassismus” erfolgreich bekämpft wurde. Es ist offenkundig, dass auf dem Boden populistischer Auftritte solcher Gruppen Übergriffe und Gewalt gegen Migranten entstehen. Nicht zuletzt konnte auch die Terrorgruppe NSU auf diesem Bodensatz entstehen und ungehindert Morde und Bombenattentate wie z.B. in der Keupstraße begehen.

Uns ist daher völlig unverständlich, wie das Birlikte-Motto “Zusammenreden” einem offiziellen Repräsentanten der AfD ein Podium bieten kann.

Zusammenreden heißt für uns, dass nach den Jahren der Kriminalisierung und Ausgrenzung der Menschen in der Keupstraße ein gemeinsamer Dialog mit ihnen stattfindet. Dass das Motto jetzt umgedreht wird und aus einem Zusammenreden mit den Opfern der Anschläge ein „Über sie reden mit einem Vertreter der AFD“ wird, halten wir für einen Affront gegen die Betroffenen des versuchten Massenmordes auf der Keupstraße sowie alle Migrant*innen.

Daher protestieren wir gegen die geplante Veranstaltung und bitten Sie dringend, Konrad Adam wieder auszuladen. Wir wünschen uns und allen ein harmonisches Fest Birlikte, das seinem Ziel wirklich gerecht wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Bündnis Köln gegen Rechts“