21. September 2020

Demonstation der Flüchtlinge aus Humboldt-Gremberg

12747467_931478390262781_1133743311036995050_oHier der Demoaufruf der Flüchtlinge für heute, Samstag 20. 02.2016, 13:00 Uhr

“Am Mittwoch übergaben Geflüchtete aus dem Lager Westerwaldstr. 92a der Öffentlichkeit und zuständigen Stellen einen Offenen Brief über die Situation im Lager, gegen die sie protestieren.

Die Geflüchteten können und dürfen die Situation im Lager nicht länger ertragen! Bett an Bett schlafen die Menschen nebeneinander, es gibt keine Privatsphäre – nicht einmal für schwangere Frauen und stillende Mütter. Die Menschen müssen Gemeinschaftsduschen nutzen. Das Essen ist ungenügend und systematische Mangelernährung; viele Kinder im Lager werden davon krank. Es ist dreckig. Menschen, die ärztliche Versorgung brauchen, werden entweder direkt abgewiesen, oder alleine auf den Weg geschickt, denn einen Krankenwagen will das Lager nicht bezahlen. Das sind nur einige wenige Ausschnitte aus dem menschenunwürdigen Leben der Geflüchteten. Den Bewohnern des Lagers wird verboten, die Stadt zu verlassen; auch gibt es ein allgemeines Besuchsverbot.

Als würde das alles nicht schon reichen wurde das Lager „geschützt“ von einer dubiosen Security-Crew. Die Mitarbeiter hatten keinerlei Kennzeichnung und sie drohten den Bewohnern regelmäßig damit, dass sie „in ihren Händen“ seien. Belästigung von Frauen und Familien gehört ebenso zum schmutzigen Geschäft dieser Security-Crew: Geflüchtete berichten davon, dass schlafende Frauen und stillende Mütter fotografiert wurden. Auch Fälle von Belästigung, Missbrauch, Gewaltanwendung und (versuchter) Vergewaltigung wurden bekannt.

Seit Monaten kommen die Mitarbeiter des Sozialamtes und versprechen den Menschen, dass sie Anhörungstermine und eine Unterbringung in Wohnungen bekommen – aber es passiert nichts! Alle Geflüchtete in dem Lager haben nicht einmal die Aussicht auf eine Erstanhörung bekommen. Sie bekommen von der Heimleitung nicht die Informationen, wer überhaupt konkret für sie zuständig ist. Auch die Beschwerden über die Zustände bei den verantwortlichen Heimleitern blieben erfolglos. Das alles passiert unter dem Dach der angeblich toleranten und weltoffenen Stadt Köln, die sich anscheinend gar nicht dafür interessiert, wie die Geflüchteten hier untergebracht werden. Es handelt sich hier um einen Beispielfall, der in Deutschland wahrscheinlich tausendfach zu finden ist!

Die Geflüchteten des Lagers und die Unterstützergruppe fordern eine sofortige 180°-Wende, um das Leben der Menschen zu schützen! Sie dürfen nicht einen Tag länger wie Dreck behandelt werden!

Sofortige Abschaffung des Lagers und dezentrale Unterbringung der Menschen in Wohnungen! Adäquate Versorgung mit Lebensmitteln und ärztlicher Hilfe!

Bewegungsfreiheit für die Geflüchteten! Keine Einschränkung des Besuchsrechts!

Security-Mafia raus aus allen Lagern! Die Verbrechen müssen bestraft werden!

Bleiberecht für alle Geflüchteten!

Unterstützt den Kampf der Geflüchteten um ein menschenwürdiges Dasein am Samstag, 13:00 am Kölner Bahnhofsvorplatz mit einer bunten und offenen Demonstration!”

Aktuellste Infos: www.dignity4refugees.wordpress.com
facebook: Dignitiy for refugees Cologne
#dignity4refugees